Méi Fraen an d'Chamber!

06/02/2009

Für die Gleichstellung von Frauen und Männern!

Von einer wirklichen Gleichstellung von Frauen und Männern sind wir noch weit entfernt:

Frauen sind in der Arbeitswelt noch immer benachteiligt: Der durchschnittliche Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen liegt bei 20%.Er ist zum Teil strukturell bedingt (Berufslaufbahn,Art des Berufes,usw.),basiert aber auch auf Diskriminierungen. Die Teilzeitarbeit bei Frauen nimmt zu und liegt im Moment bei 36,2%,Männer arbeiten nur zu 2,6% Teilzeit.

Frauen die nicht berufstätig waren haben keine eigenen Pensionsrechte: In Luxemburg wird rund die Hälfte aller Ehen geschieden.Viele Frauen haben sich keine eigenen oder nur ungenügende Pensionsrechte aufgebaut und eine Scheidung mündet vielfach in Hungerrenten und Altersarmut.

Frauen haben Probleme,Beruf und Familienleben zu vereinbaren: Um der Doppelbelastung vieler Frauen entgegen zu wirken,bedarf es eines Mentalitätswandels und struktureller Verbesserungen.In Luxemburg gibt es nicht genügend Betreuungsmöglichkeiten für Kinder.Männer müssen mehr Pflichten in Haushalt und Kindererziehung übernehmen. Frauen sind noch immer Opfer von Gewalt:Gewalt gegen Frauen ist noch immer ein Tabuthema.Im Jahr 2008 gab es rund 260 Fälle von Wegweisungen aus Wohnungen,die meisten Opfer von häuslicher Gewalt waren Frauen.

Es gibt keine geschlechtsneutrale Politik,daher ist eine genderbewusste Herangehensweise in allen Politikbereichen die Voraussetzung zur Gleichstellung von Frauen und Männern.

Wir wollen deshalb:

Alle politischen Gesetze,Maßnahmen und Projekte sollen auf ihre Auswirkungen für die unterschiedlichen Lebenssituationen von Frauen und Männern untersucht werden.Bei allen Gesetzen und Projekten muss darauf geachtet werden,die Gleichstellung von Frauen und Männern voran zu bringen (gender mainstreaming).

Dies gilt auch für das Budget des Staates.Durch gender budgeting wird die Budgetpolitik durch die Geschlechterperspektive erweitert.Ungerechtigkeiten in der Verteilung der Budgetmittel können aufgedeckt werden.Außerdem kann Transparenz darüber geschaffen werden,was in Richtung Geschlechtergerechtigkeit getan wurde.

Zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und der partnerschaftlichen Arbeitsteilung zwischen Frauen und Männern fordern wir: Erziehung von Jungen und Mädchen in Richtung Partnerschaft und Gleichberechtigung, auch in den Schulen und bei der Berufsorientierung,durch Unterstützung von diesbezüglichen Projekten und durch entsprechende Schulprogramme.Die Berufsorientierung muss der geschlechterspezifischen Berufswahl entgegenwirken.

Gesetzliche Möglichkeiten der Arbeitszeitreduzierung ,um die Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben für beide Eltern zu erleichtern.

Ausbau und Verbesserung der sozialen und erzieherischen Einrichtungen:Flächendeckendes Angebot an pädagogisch wertvollen und finanziell erschwinglichen Kinderbetreuungseinrichtungen mit qualifiziertem Personal und flexiblen Öffnungszeiten,die den Bedürfnissen und Arbeitszeiten der Eltern entsprechen – Ausbau der Ganztagsschulen – Ausbau des Angebots an Dienststellen,die Kinder im Krankheitsfall versorgen Verlängerung des Urlaubs für Männer bei der Geburt ihres Kindes.

Zur Förderung der Gleichstellung der Frauen im Beruf wollen wir: .Ausbau der Fort-und Weiterbildungskurse zur Umschulung und zum Wiedereinstieg in den Beruf für Berufsrückkehrerinnen.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Obligatorische Gleichstellungspläne in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Sektor Neubewertung und - klassifizierung der Berufe und Funktionen und entsprechende Neubewertung der Gehältereinstufungen

Zur Gleichstellung von Frauen und Männern wollen wir außerdem:

Eigenständiger Pensionsanspruch für jeden Menschen, um der Altersarmut,etwa nach einer Scheidung,sowie der Abhängigkeit vom Partner oder der Partnerin entgegen zu wirken.Wir sind für Übergangsbestimmungen für die Personen,die nicht berufstätig waren. Gesetzliche Bestimmungen um die paritätische Beteiligung in der Politik zu fördern, durch ein neues Wahlgesetz,das die Quotierung der Listen vorschreibt,und durch ein neues Gemeindegesetz,das die Quotierung der Gemeindekommissionen vorschreibt.

Straffreiheit des freiwilligen Schwangerschaftsabbruchs und die Möglichkeit, Abtreibungen in Luxemburg unter besten Bedingungen vornehmen zu lassen.

Moderne Sexualerziehung und Verhütungspolitik durch obligatorische sexuelle Aufklärung in allen Schulen.Verhütungsmittel sollen entweder gratis sein (besonders für Jugendliche,die bei den Eltern mitversichert sind)oder von der Krankenkasse zurückerstattet werden.

Geschlechtsbewusste Präventionsarbeit gegen Gewalt durch allgemeine Selbstbehauptungskurse und Kurse zu Konfliktund Aggressionsbewältigung für Mädchen und Jungen in den Schulen. Ausbau der Angebote im Bereich der Frauen-und Mädchenhäuser und der Angebote die sich an die Gewalttäter wenden.

Maßnahmen gegen den Frauenhandel – Eigenständige Sozialversicherung für Prostituierte Wir fordern eine eigenständige Sozialversicherung für Prostituierte und adäquate Unterstützung und Beratung (und Bleiberecht)für Opfer von Menschenhandel und für Prostituierte,die aus dem Beruf aussteigen möchten.


Faltblatt "Méi Fraen an d'Chamber" (deutsch und frazösisch, pdf, 4 Seiten, 439 kB)

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