Nach den Wahlen: Frauen unter den Gewählten
Thérèse Gorza - Gegenüber 2004 ist die Zahl der direkt ins Parlament gewählten Frauen von 12 auf 15 gestiegen. Was einem Prozentsatz von 25 entspricht, auf die 60 Abgeordneten gerechnet ist es eine Steigerung von 5% gegenüber 2004. Der Prozentsatz der Frauen die sich zur Wahl stellten lag bei 33% (inklusive der Europalisten). Wie die Vertretung der Frauen im Parlament nach der Regierungsbildung aussieht, wird sich herausstellen, wenn die MinisterInnenposten vergeben wurden.
Die CSV hat mit Octavie Modert im Osten und mit Marie-Josée Jacobs im Norden sogar zwei Spitzenkandidatinnen. 7 der 15 gewählten Frauen sind bei der CSV gewählt worden. Das macht 27% von den insgesamt 26 CSV-Mandaten aus.
In der Gesamtwertung kommt Lydia Mutsch von der LSAP als erstgewählte Frau auf den 10ten Platz. Im Süden sind bei der LSAP gleich 3 Frauen gewählt worden, sonst hat es nur noch Mady Delvaux-Stehres im Zentrum ins Parlament geschafft. Mit 4 von 13 Sitzen liegt der Frauenanteil bei der LSAP bei etwa 31 %. Dabei betrug der Anteil der Kandidatinnen bei der LSAP nur 17 von 66, die niedrigste Zahl von allen Listen.
Die DP mit insgesamt 9 Sitzen hat nur im Bezirk Zentrum 2 Frauen ins Parlament geschickt, das macht 22%. Bei den Grünen wurde nur eine Frau im Zentrum gewählt, obwohl dort insgesamt der Anteil der Kandidatinnen am höchsten war. Von 7 grünen Abgeordneten sind also 14% weiblich. Bei der ADR schafft es zum ersten Mal eine Frau ins Parlament, es handelt sich um die Tochter des Spitzenkandidaten aus dem Süden. 4 Sitze, 1 Frau, das macht 25%. Allerdings will der Vater der Tochter das Feld nicht überlassen und die Gewählte hat schon ihren Verzicht erklärt, so dass ein Mann nachrücken wird
Bei déi Lenk, die nur einen Sitz haben, war es schwierig, sich gegen André Hoffmann durchzusetzen; es hat sich auch in keinem Bezirk eine Frau auf den ersten Platz verirrt. Der Frauenanteil auf den Listen war dieses Mal sehr niedrig. Nur 20 von 62 waren Frauen (Landes- und Europawahlen zusammengenommen, doppelte Kandidaturen wurden nur einmal gezählt). Es wird „héich Zäit”, dass déi Lenk ihre Politik in dieser Richtung überdenken und konkrete Maßnahmen in die Wege leiten, die Parität aus den Statuten in die Wirklichkeit zu übertragen. Der Wiedereinzug ins Parlament und die Tatsache, dass besonders viele junge Frauen die Wahlkampagne maßgeblich mitgestaltet haben lassen hoffen!
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