déi Lénk wollen breite Mobilisierung für die öffentliche Post
fj - Am Dienstag, den 17. Juli besuchten zweieinhalb Dutzend Mitglieder und Sympathisant(inn)en von déi Lénk Kommunikationsminister Schiltz. Vor der Maison de Cassal überreichten sie ihm symbolisch eine 2x3 m große Postkarte. Fernsehen, Radiosender und geschriebene Presse waren zahlreich vertreten.
Guy Kersch legte die Problematik dar. Die mögliche Verschiebung der Liberalisierung auf den Jahreswechsel 2012-2013 ändert nichts an deren wahrscheinlich verheerenden Folgen: Entlassungen und Arbeitsplatzabbau bei der Post, Lohnkürzungen für Briefträger und Postangestellte, Schließung von zwei Dritteln der Postbüros, Verteuerung der Briefpost für Normalbürger, Aufgabe des täglichen „service universel“ bis in die allerkleinsten Ortschaften...
Der Minister bedankte sich als gewitzter Politiker bei den Militant(inn)en von déi Lénk und wertete die Aktion als Rückendeckung für seine Haltung. Es müsse nun mehr Druck entstehen, denn die Entscheidung des Ministerrates werde schon bei einer ministeriellen Tagung am 1. Oktober in Luxemburg vorbereitet. Auf die Frage hin, ob er sich denn eine Mobilisierung der Postangestellten, der Postkunden und der Gewerkschaften aus anderen Sektoren wünsche, antwortete er, wir sollten selber die Interpretation seiner Worte finden.
Es ist nicht erwiesen, dass die Regierung versuchen will, mit anderen skeptischen Regierungen, die Direktive noch zu stoppen. Vielmehr scheint ihre Politik darauf ausgerichtet zu sein, den Aufschub bis 2013 zu festigen. Ohne sehr breite europäische Mobilisierung wird die Postdirektive nicht zu verhindern sein. Weil die erste wichtige Ministertagung gerade in Luxemburg stattfindet, kommt der Organisierung des Widerstands bei uns eine besondere Bedeutung zu. Die Sommerpause muss genutzt werden, um eine breite und einheitliche Ablehnungsfront aufzubauen.

