N° 224 - Inhalt Sommaire
- Enovos - ein Riesenschritt in Richtung Privatisierung des Energiesektors
- Mittal malade?
- Gregor Gysi kommt
- Fünf Parteien leisten Krisenbewältigung
- déi Lénk: JA zu den Nachhaltigkeits-Prüfsteinen des CSDD
- Reform der beruflichen Unfallversicherung (3): Die Einsparungen durch das neue System
- Eine Schule für ALLE – Schönrederei, Wunschvorstellungen und die böse Wirklichkeit
- Juncker, Schmit und der Bolkestein-Betrug
- STOP au blocus de GAZA!
- Tausende Tote zwischen Libyens Wüste und Sizilien
- ADR – eine rechtspopulistische Partei
- Le G8-agriculture s'est trompé de cible
- Das "beste Rentensystem der Welt"!
- Les puissants et les autres
- Kurz berichtet
Enovos - ein Riesenschritt in Richtung Privatisierung des Energiesektors
Frank Jost - Staat: 28% + SNCI 11% = 39%. Arcelor-Mittal 25% + RWE 20% + E.ON 11% + Electrobel 5%=61%. Das ist die Kapitalzusammensetzung der neuen Energiegesellschaft Enovos, bis vor kurzem vorläufig Newco genannt, in der die CEGEDEL und die SOTEG aufgehen. Das Unternehmen ist in Luxemburg und im Großraum aktiv, wird 170.000 Haushalte und Betriebe beliefern und ein 7.400 km langes Stromnetz sowie ein 2.100 km langes Gasnetz betreiben.
Die Abfindung der Kleinaktionäre ist noch nicht ganz abgeschlossen, ein "squeeze out" (Aktien minoritärer Teilhaber vom Markt nehmen) ist noch nicht möglich, da noch nicht genug Kleinaktionäre sich gemeldet haben. Die Verantwortlichen von Enovos hatten bereits zu verstehen gegeben, dass sie an einer weiteren Integrierung der städtischen und interkommunalen Werke durchaus interessiert wäre. Gemeint sind die erst kürzlich geschaffenen Konstrukte Leo (Stadt Luxemburg) und Südstroum (Stadt Esch), die eine Antwort auf die EU-Stromdirektive zur Trennung von Netzen und Auslieferung von Strom sind. Ob auch Sudgaz anvisiert ist, eine Aktiengesellschaft, deren Kapital ganz in den Händen der Südgemeinden liegt, ist nicht klar. Sudgaz wird aber sein Gas von Enovos beziehen, was ein Druckmittel darstellt.
Enovos wird bekanntlich begründet mit der Versorgungssicherheit sowie mit verbesserten Einkaufsbedingungen. Die Holding Enovos mit ihren Untergesellschaften Enovos Luxembourg SA und Enovos Deutschland AG (Handel mit Strom und Gas) sowie Creos Luxembourg SA und Creos Deutschland GmbH (Netzbetreiber) wollen auch in der Produktion aktiver werden, durch den Ausbau der SEO in Vianden und die Errichtung einer Gasturbine in Eisenhüttenstadt in Zusammenarbeit mit Gazprom.
Die Gründung von Enovos ist ein riesiger Schritt in Richtung Privatisierung. Eine öffentliche Energiepolitik, z.B. zum Erreichen der mindestens 30 % nicht-fossiler Energie bis 2020, ist von der Politik kaum noch steuerbar. Enovos wird früher oder später eine Monopolstellung in der Großregion einnehmen. Die kommunalen und parakommunalen Dienste sind in akuter Gefahr, aufgefressen zu werden, umso mehr als sie nun von Enovos beliefert werden. Bisher gab es noch keine Reaktionen der Umweltschutzorganisationen. Greenpeace protestierte gegen den Bau eines Kohlekraftwerkes bei Rotterdam unter Beteiligung von Enovos, nahm aber nicht Stellung zur Privatisierung. Die Grünen, die am Aufbau von Südstroum maßgeblich mitgestaltend waren, sind nun gefordert zu reagieren, die Gewerkschaften ebenfalls.
Mittal malade?
Henri Wehenkel - Fermeture définitive de l’usine de Gandrange, fermetures provisoires à Florange et Liège, dégraissage de l’administration, vente du «château» à Luxembourg, Esch-Belval au ralenti, Primotec à Differdange en suspension, la production en Europe baissée de 50% jusqu’en septembre, le plan Luxembourg 2011 maintenu provisoirement. Le géant de l’acier en difficultés 3 ans après avoir racheté les industries les plus performantes d’Europe et conquis la domination du marché mondial? Le nouvel essor de la sidérurgie déjà fini? La crise prétexte ou réalité?
Rappelons que Mittal avait pris le contrôle d’Arcelor en juillet 2006 en offrant 37,74€ pour une action qui valait 25€ en janvier, au moment où il lançait son OPA. Mittal avait dû débourser 8,5 milliards en cash en plus des autres formes de financement. En 2007 ArcelorMittal encaissa pour 7,5 milliards d’euros de bénéfices net et en 2008 encore une fois 6,4 milliards malgré un quatrième trimestre déficitaire. La fortune personnelle de Mittal monta en 2007 à 22 milliards de dollars et fit encore une fois un bond de 13 milliards en 2008 pour devenir avec 33 milliards la 4e fortune du monde. Pour le mariage de sa fille Mittal a dépensé 55 millions d’euros.
Le problème de Mittal, c’est que son expansion a été financée par le recours au crédit. Ce seront les industries qu’il a rachetées qui devront finalement payer le prix payé pour le rachat, les seuls bénéficiaires ayant été les actionnaires, la famille Mittal et les fonds de pension. En décembre 2008, la dette d’ArcelorMittal dépassait les 20 milliards d’euros pour 41,5 milliards de fonds propres. En février 2009 il a obtenu auprès des banques une rallonge de 4,6 milliards et 1,25 milliards par l’émission d’obligations convertibles. Le prix à payer était un accroissement des intérêts et des commissions jusqu’à des taux de 7%. Depuis juin 2007 les cours de bourse ont chuté de 70%. S’il revendait actuellement, Mittal perdrait la moitié de sa fortune, près de 20 milliards.
Evidemment la crise a joué un rôle. Les prix de l’acier étaient à leur point culminant en 2006, ils ont baissé de 15 à 40%. Le volume des ventes s’est rétréci de 20%. La véritable cause est l’endettement, le poids des opérations financières et l’enrichissement des actionnaires. Mittal est un géant aux pieds d’argile. La crise a révélé sa faiblesse. Les gouvernements luxembourgeois, belge, français, espagnol qui n’ont pas voulu empêcher l’OPA de 2006 devront-ils procéder, une fois de plus, à la nationalisation des pertes et au saccage des emplois?
Gregor Gysi kommt
hw -Vor einigen Monaten suchte das Goethe-Institut von Brüssel nach einemn Politiker mit Humor und fand niemanden anders als Gregor Gysi. Vom meistgehassten Außenseiter ist der ehemalige PDS-Gründer zu einem Aushängeschild für die kulturellen Institutionen der Bundesrepublik geworden.
Als Gregor Gysi nach dem Zusammenbruch der DDR durch ein Direktmandat in den Bundestag kam, konnte er keine zwei Sätze aussprechen ohne unterbrochen zu werden. Wie in jenen denkwürdigen Bundestagssitzungen vom Januar 1991, der Zeit des ersten Golfkrieges.
"Präsidentin Dr. Süssmuth: Das Wort hat Dr. Gysi.
Dr. Gysi, trägt eine weiße Armbinde: Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren!
Zuruf von der CDU/CSU: Der trägt die Friedensfahne! Das ist eine unglaubliche Frechheit mit der weißen Binde!
Dr. Gysi: Es ist Krieg und Sie, Herr Kanzler sagen es deutlich, ehrlich und offen der gesamten Bevölkerung. In einer Welt, die so miteinander verbunden ist wie unserige, gibt es keine gerechten, sondern nur verbrecherische Kriege.
Dr. Waigel: Sie Sind die wandelnde Heuchelei!
Präsidentin: Herr Dr. Gysi, ich erteile Ihnen einen Ordnungsruf und denke, dass in dieser Debatte das so nicht stehenbleiben kann….
Bohl: Sie sind eine Witzfigur! Zurufe von der CDU/CSU: Hussein! Ungeheuerlich! Unerträglich! Raus! Geh doch hin! Kein Schamgefühl! Mauerschütze! Gelächter.
Präsidentin: Der Redner bittet um Ruhe. Aber er mutet uns auch eine Menge zu ."
"Bild" und "Spiegel" mischten antisemitische Töne in die Darstellung des diabolischen "Drahtziehers". Gysi habe als Rechtsanwalt den Regimegegner Rudolf Bahro an die Staatssicherheit verraten. Als Beweis diente eine Tonbandmitschrift mit Informationen, die der Anwalt ohnehin im Interesse seines Klienten vor den Gerichtsbehörden geltend gemacht hatte. In der eigenen Partei erlitt Gysi eine Kongressniederlage, weil er sich nicht auf einen integralen Pazifismus festlegen wollte.
Gysi war zu DDR-Zeiten als kritischer Geist und Verteidiger der Andersdenkenden bekannt. Wenn er sich 1990 darauf einließ, die Führung der SED zu übernehmen und sie zuerst in eine Partei des Demokratischen Sozialismus und später in die Linkspartei zu verwandeln, dann war es nicht um ein Regime zu verteidigen, das gescheitert war, sondern um den vorläufigen Siegern der Geschichte nicht das Feld zu überlassen und die besten Traditionen des Antifaschismus und der Arbeiterbewegung weiterführen zu können. Ein Weg der nicht einfach und nicht erfolglos war.
Fünf Parteien leisten Krisenbewältigung
hw -Fünf Politiker traten Arm in Arm vor die Kameras. Sie vertraten die fünf im Parlament vertretenen Parteien. Sie hatten sich auf ein Gentleman-Abkommen für einen fairen Wahlkampf geeinigt. Es sei Krise und es müsse gespart werden.
Erstens würden sie sich gegenseitig ihre Wahlversammlungen nicht stören und keine persönlichen Argumente benutzen. Sie würden die Wahlkampfausgaben begrenzen, konnten sich aber weder über den Beginn des Wahlkampfes noch über die Größe der Plakate einigen. Sie würden sich mit sechs Postverteilungen an das ganze Land begnügen. Die fünf Parteien gaben auch ihre voraussichtlichen Ausgaben für den Wahlkampf an. Sie liegen je nach der Größe der Partei zwischen 1,4 Millionen und 600.000 Euro, insgesamt 5 oder 6 Millionen Euro. Nicht einberechnet die vom Staat zur Verfügung gestellte Infrastruktur der Parteifraktionen und die Gratisreklamen der vom Staat finanzierten Parteizeitungen.
Dann erhielten die Vertreter der fünf Parteien vor RTL das Wort. Einer nach dem anderen erklärten sie, dass diese Ausgaben nicht übertrieben seien und dass sie der Wiederankurbelung der Wirtschaft dienen würden. Also erstens lassen sie sich kurz vor den Wahlen ein Spezialgesetz stimmen, damit der Steuerzahler ihren Wahlkampf finanzieren darf. Und zweitens behaupten sie, dass sie das Volk mit der Propaganda nur beglücken, um ihm Wohlstand und Arbeit zu beschaffen.
Zwei Parteien sind von diesem Geldregen ausgeschlossen, weil sie bei den letzten Wahlen schlecht abgeschnitten hatten, déi Lénk und die KPL. déi Lénk geben auf ihrer Web-Seite bekannt, dass sie inzwischen 32.593,17Euro gesammelt haben. Was beweist, dass es im Land noch Demokraten gibt, denen die Meinungsvielfalt am Herzen liegt. Was aber noch lange nicht genügt um einen fairen Wahlkampf zu gewährleisten.
déi Lénk: JA zu den Nachhaltigkeits-Prüfsteinen des CSDD
Der „Conseil Supérieur du Développement Durable“ (CSDD) hat sich mit 5 präzisen (aber kommentierten) Prüfsteinen an die Parteien gewandt. déi Lénk haben JA zu den 5 Prüfsteinen gesagt: 3 von ihnen stehen explizit in ihrem Wahlprogramm, die 2 anderen entsprechen eindeutig dessen Logik.
Ja zu einem Nachhaltigkeitsparameter für landwirtschaftliche Betriebe. Wobei allerdings die Frage der Verbraucherpreise im Sinne sozialer Gerechtigkeit diskutiert werden muss. Auch sollten für déi Lénk ähnliche Nachhaltigkeitsparameter auf ALLE wirtschaftlichen Betriebe und Aktivitäten ausgedehnt werden, sowohl im privaten wie im öffentlichen Sektor.
Ja zum nationalen Wahlrecht für Ausländer/innen. Weil in Luxemburg das allgemeine Wahlrecht nicht mehr besteht und ausgerechnet die Mehrzahl der Lohnabhängigen im Privatsektor davon ausgeschlossen ist, fordern déi Lénk seit langem die Ausdehnung des Wahlrechts für Ausländer/innen auch nationaler Ebene. Dies sollte aber auch verbunden werden mit neuen Formen partizipativer Demokratie auch für die Bevölkerung ohne luxemburgischen Pass.
Ja zum Ungleichheitsbericht. Schon in ihrem Programm von 2004, dann aber genauer und expliziter in ihrem Gutachten zum Gesetzprojekt über Sozialhilfe haben déi Lénk eine regelmäßige Analyse der sozialen Ungleichheiten und ihrer Entwicklung ebenso wie eine systematische Strategie für deren Abbau vorgeschlagen: „rapport annuel ou au moins bisannuel sur l‘évolution de la pauvreté, de la richesse et formes multiples de l’inégalité“ – „programme global de lutte contre la pauvreté et l’inégalité“, und die Forderung wurde natürlich ins Wahlprogramm 2009 übernommen.
Ja zu flächendeckenden Ganztagsschulen, mit einer individualisierten Förderung der Kinder zur Verbesserung der „Chancengleichheit“, Zusammenarbeit mit den Eltern… Für déi Lénk ist außerdem die Einführung der Gesamtschule (Tronc commun) bis zum Ende der Schulpflicht eine Grundvoraussetzung für mehr Bildungsgerechtigkeit.
Ja zum finanziellen Modal-Split in der Transportpolitik, also ein Verhältnis der Ausgaben von ¾ zu ¼ zugunsten des öffentlichen Transports und der „sanften“ Mobilität (Fahrrad- , Fußgängerverkehr). Für déi Lénk drängt sich eine Wende in der Transportpolitik sowohl aus ökologischen wie auch sozialen Gründen auf.
Reform der beruflichen Unfallversicherung (3): Die Einsparungen durch das neue System
Serge Urbany - Zur Erinnerung (siehe auch goosch.lu Nr. 222 und Nr. 223):
Die Teilunfallrente wird heute als Prozentsatz des letzten Lohnes gewährt. Dieser Prozentsatz entspricht dem der Arbeitsunfähigkeit. Die Rente wird entweder einmalig als Kapital ausbezahlt (bei kleineren Arbeitsunfähigkeiten) oder als lebenslange monatliche Rente überwiesen.
Die neue Entschädigung soll aus folgenden Elementen bestehen:
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Bei weniger als 10% Arbeitsunfähigkeit fällt die auf dem Lohn basierte Teilrente aus. Drei Viertel der Teilunfallrenten fallen somit weg.
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Bei mehr als 10% Arbeitsunfähigkeit wird der reale Lohnausfall entschädigt, aber nur noch solange ein Arbeitsverhältnis besteht.
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Allgemein werden nur drei pauschale, nicht an den Lohn angepasste Entschädigungen gezahlt, die in einer Tabelle für jeden gleich festgehalten werden: eine für Verminderung der Lebensqualität und der Arbeitskraft; dazu gegebenfalls ein Schmerzensgeld und eine Entschädigung für ästhetischen Schaden. Z.B. soll bei 30% Arbeitsunfähigkeit eine Rente von 237 Euro und bei mittlerem Schaden ein Schmerzensgeld von 7500 und eine ästhetische Entschädigung von 7000 Euro gezahlt werden.
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Eine Rente im Fall einer Berufskrankheit wird nur mehr gewährt, wenn weiterhin ein Arbeitsverhältnis vorliegt. Dabei treten viele Krankheiten erst später ein.
Dass die Änderungen zu drastischen Einsparungen führen werden, ist eingeplant. Im Gesetzesprojekt Nr. 5899 werden auf S. 35 die Ziffern in die Zukunft projeziert (zu konstanten Preisen):
Entschädigungen 2005:
- Ausbezahlte Renten: 34 Millionen
- Monatliche Lebensrenten: 61 Millionen
- Total: 95 Millionen
Entschädigungen 2020:
- Entschädigungen für Lohnverlust: 25 Millionen
- Pauschale Entschädigungen: 19 Millionen
- Total: 44 Millionen
Die Gesamtentschädigung wird also 10 Jahre nach geplanter Einführung (2010) des neuen Systems nur mehr 46% der heutigen Entschädigung betragen. Da zu diesem Zeitpunkt noch für 40 Millionen Lebensrenten aus dem alten System bestehen bleiben, wird die Gesamteinsparung dann immerhin noch ca. 11 Millionen ausmachen. Eine satte Einsparung für das Kapital!
Auf die Finanzierung des neuen Systems, die einen direkten Weg in die Privatversicherung aufweist, kommen wir nächste Woche in einem vierten und letzten Beitrag zurück.
Eine Schule für ALLE – Schönrederei, Wunschvorstellungen und die böse Wirklichkeit
Laurent Biltgen, Joel Delvaux, Melanie Noesen - Am 20. April 2009 hat in Walferdange ein von „Elteren a Pädagogen fir Integratioun“ (EPI) organisiertes Rundtischgespräch zum Thema der Inklusion behinderter Schülerinnen und Schüler mit den im Parlament vertretenen Parteien, einem in diesem Bereich sehr engagierten Lehrer (Roland Anen) und einer Vertreterin der Elternschaft (Frau Retter) sowie der Unterrichtsministerin Mady Delvaux-Stehres stattgefunden.
Insgesamt wurde die Idee einer verstärkten Integration behinderter Schülerinnen und Schüler in die Schule begrüßt, das aktuelle System und mit ihm das theoretische wie physische Bestehen der Education differenciée (EDIFF) wurde allerdings nur von Roland Anen sowie Betroffenen oder deren Eltern gänzlich in Frage gestellt. VertreterInnen von déi Lénk hatten die Möglichkeit aus dem Publikum heraus zu intervenieren. Sie unterstrichen die Forderung nach einer gemeinsamen Schule für ALLE bis 16 Jahre. Auch wiesen sie auf den Gegensatz hin zwischen dem Anspruch eine Schule zu schaffen, in der niemand versagen kann und dem Bestehen von Normen wie Kompetenzstufen, die viele Kinder aufgrund ihrer physischen oder geistigen Disposition in einer inklusiven Schule nicht erfüllen können. Mady Delvaux-Stehres entgegnete, dass diese Kompetenzstufen Indikator, nicht Fallbeil sein sollen. Aber wie soll das möglich sein, wenn trotzdem laut neuem Schulgesetz (in das die EDIFF nicht integriert wurde) Kinder, die diese Norm nicht erfüllen weiter sitzenbleiben und gegebenenfalls erst mit 15 Jahren die Primärschule verlassen können?
Darüber hinaus schließen sich déi Lénk kurzfristig umzusetzenden Forderungen Betroffener an, die die Notwendigkeit der Einstellung von Sonderpädagog(innen) (also spezialisierten Lehrern) in der EDIFF, die Selbstständigkeit des SREA, die verstärkte Unterstützung von Schüler(innen) mit einer Behinderung im Sekundarunterricht sowie die Zugänglichkeit von Weiterbildungsangeboten für Behinderte betonen.
Juncker, Schmit und der Bolkestein-Betrug
Michel Erpelding - Die vom neoliberalen EU-Kommissar Frits Bolkestein erarbeitete und nach ihm benannte Direktive über die Liberalisierung der Dienstleistungen ist europaweit zum Symbol für Sozialabbau geworden. Durch sie können u. a. das Streikrecht eingeschränkt und Kollektivverträge ausgehöhlt werden – alles im Namen des freien Dienstleistungsverkehrs. Gerade wegen dieser Gefahren – die sich heute teils verwirklicht haben – ist dieser Text in vielen EU-Mitgliedstaaten relativ früh auf heftigen Widerstand seitens der Bevölkerung gestoßen. So auch in Luxemburg, wo sämtliche Gewerkschaften gegen ihn Sturm gelaufen sind. Premier Juncker konnte dies natürlich nicht einfach ignorieren, und deklarierte in gewohnt populistischer Manier lauthals, dass die Bolkestein-Direktive „in den Mülleimer“ gehöre.
Doch diese Aussage war nur ein PR-Gag fürs Luxemburger Fernsehen. In Wirklichkeit nämlich war Luxemburg – zusammen mit England und Polen – einer der hartnäckigsten Befürworter der Bolkestein-Direktive in Brüssel. Und die Hauptrolle in dieser Maskerade spielte, zusammen mit Jean-Claude Juncker, niemand anders als der heutige LSAP-Minister Nicolas Schmit, der damals als luxemburgischer Botschafter in Brüssel fungierte und in den dortigen bürokratischen Gremien eine der treibenden Kräfte hinter der Direktive war. Natürlich haben Juncker und Schmit ihren Betrug stets verneint, obwohl schriftliche Beweise dafür vorliegen. Eines steht auf jeden Fall fest: wer solche Tricks anwendet und gleichzeitig von einem sozialen Europa redet, ist als Politiker einfach nicht mehr glaubwürdig.
STOP au blocus de GAZA!
Le Comité pour une Paix Juste au Proche-Orient vient de publier une déclaration pour le 1er mai, dont voici les principaux extraits:
Cela fait tout juste trois mois et demi que l’offensive militaire israélienne contre Gaza a pris fin. Le bilan le plus récent dont nous disposons fait état de 1 342 morts, en grande majorité des civils (dont 400 enfants), et de 5000 blessés. Côté israélien 3 civils et 10 soldats ont été tués. (…)
Depuis la fin de l’opération «Plomb durci», la bande de Gaza est retombée dans l’oubli et les points de passage restent toujours hermétiquement fermés. Les autorités israéliennes permettent tout juste le passage à une centaine de camions par jour.(…) L'Office de l'ONU pour la coordination des affaires humanitaires (OCHA) indique que 132 000 personnes n'ont toujours pas accès à l'eau courante. Les diarrhées et les hépatites virales ont considérablement augmenté au cours des quatorze premières semaines de cette année. Les matériaux de construction ne peuvent toujours pas pénétrer dans la bande de Gaza, ce qui signifie qu'aucune reconstruction n'a pu être entreprise, que les sans-abri vivent toujours sous des tentes. Quatre mille maisons ont été détruites et des milliers d'autres endommagées. L'activité économique est totalement paralysée et les aides financières promises restent bloquées.
Pour que les 1,5 million de Gazaouis puissent reconstruire leur vie, il est impératif d’ouvrir totalement les frontières de Gaza afin de laisser entrer l’aide humanitaire et les matériaux de construction. (…)
Au vu des graves conséquences humanitaires causées par le blocus, l’Union Européenne devrait faire pression sur Israël en suspendant le processus de «rehaussement» des relations bilatérales UE-Israël ainsi que l’Accord d’Association. Comment l’UE peut-elle encore considérer Israël comme un partenaire économique, commercial, académique privilégié après les massacres à Gaza et l’étouffement continu de sa population? Serait-ce un encouragement à perpétrer l’oppression? Il est urgent que l’Europe revoie sa politique à l’égard d’Israël.
La voie vers la paix au Proche Orient passe par la levée de ce blocus, comme elle doit passer par la fin de l’occupation de tous les territoires palestiniens occupés depuis 1967, le démantèlement de toutes les colonies, la reconnaissance des droits du peuple palestinien, le respect du droit international.
Tausende Tote zwischen Libyens Wüste und Sizilien
Pol Back - Immer öfter treffen an der sizilianischen Küste völlig überladene Flüchtlingsboote aus Libyen ein. Die Zahl der bei der Überfahrt in letzter Zeit Ertrunkenen liegt bei schätzungsweise 230 Opfern; es wurden bisher aber nur etwa 100 Leichen geborgen. Seit 1988 sind hier fast 14.000 Menschen auf der Fahrt von Afrika nach Europa zu Tode gekommen. Dies ist jedoch nur die Zahl der registrierten Toten.
Der ehemalige „Schurkenstaat“ Libyen ist aktuell ein begehrter Partner für die Eindämmung des Flüchtlingsstroms vor allem nach Italien, was auch ein Drängen der europäischen Staaten auf eine Aufhebung des Waffenembargos gegen Libyen nach sich zog. Im August 2008 hat Italiens Regierungschef Berlusconi ein Freundschaftsabkommen mit Libyens Staatschef Muammar Al Gaddafi geschlossen.
Italien werde in Zukunft mehr Gas und Benzin aus Libyen bekommen, aber weniger illegale Einwanderer, tönte Berlusconi. Zudem zahlt Rom in den nächsten 25 Jahren insgesamt 5 Milliarden USDollar Entschädigung an den Wüstenstaat, zwecks Wiedergutmachung der in der Kolonialzeit begangenen Kriegsverbrechen. Außerdem liefert Italien über den Rüstungskonzern Finmeccanica ein Satellitensystem zur Überwachung des Flüchtlingsstroms.
Dies ist ganz im Sinne von „Frontex“, der europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der EU. Unter dem heuchlerischen Motto „Afrikas Probleme müssen in Afrika gelöst werden“ stattet Frontex die nordafrikanischen Länder mit Patrouillenbooten, Überwachungssystemen und Zeltlagern in entlegenen Wüstengebieten aus.
Derartige „wirtschaftliche“ Hilfe bringt sicherlich einigen europäischen Firmen fette Aufträge, sie nutzt den EU-Staaten und vielleicht noch etwas den arabischen Staaten in Nordafrika, Afrika hilft sie jedoch absolut nicht!
ADR – eine rechtspopulistische Partei
Die „Alternative Demokratische Reformpartei“ will sich heute als moderne, dynamische und demokratische Partei profilieren, indem sie neuerdings Jugendliche und Frauen vorschickt, sie zumindest auf den Listen zu repräsentieren – so wollen sie aber nur von einer unangenehmen Realität ablenken.
In der Europa-, Wirtschafts- und Sozialpolitik dreht sich die ADR sichtbar ganz nach dem Wind, der gerade um sie herum weht. So lehnte sie anfangs etwa den EU-Verfassungsvertrag ab, um ihn dann wieder doch anzunehmen und sich schlussendlich zu enthalten – ähnlich lief es beim Lissabon-Vertrag ab; nur dass sie dieses Mal im Parlament zustimmten.
Widersprüchlich sind auch ihre Positionen in Wirtschafts- und Sozialpolitik: so wird etwa eine stärkere soziale Sicherung gefordert und der soziale Abbau durch die Regierungsparteien beklagt, und zugleich eine Liberalisierung der Wirtschaft gefordert und die Förderung privater Schulen.
Von ihrem Verständnis von „individueller Freiheit“ ganz zu schweigen: hier wird ausschließlich das Rauchverbot in öffentlichen Räumlichkeiten kritisiert, nicht aber die Überwachungspolitik der Regierung, die hin zur Errichtung eines Polizeistaates führt. Diese wird vielmehr schweigend mitgetragen.
Sehr bedenklich ist auch die Haltung der ADR in Bezug auf die in Luxemburg lebenden Ausländer ohne luxemburgische Staatsbürgerschaft. Man spricht vom „Missbrauch des Asylrechts“ durch „Wirtschaftsflüchtlinge“ und begrüßt die Schaffung eines inhumanen „centre de rétention“.
Des weiteren fordert die ADR, das Wahlrecht auf nationaler Ebene den luxemburgischen Staatsbürgern vorzubehalten – auch in einem Land in dem jetzt bereits über 40% der Einwohner nicht über einen luxemburgischen Pass verfügen und in dem sich in Zukunft die luxemburgischen Staatsbürger wohl zu einer Minderheit entwickeln werden. (…) Mit der Schaffung eines künstlichen Gegensatzes zwischen Luxemburgern und Ausländern kann auch latenter Rassismus gefördert werden, der die Gesellschaft nur unnötig spaltet.
Deshalb kann die ADR auch als rechtspopulistische Partei bezeichnet werden, die die Nöte und Sorgen der Gesellschaft aufgreift und einfache Lösungen verspricht, ohne dies aber einhalten zu können.(…)
(Mouvement alternatif des révoltés; UNEL; Jonk Lénk ; AK Migrations; AK Antifa. Die Stellungnahme ist leicht gekürzt.)
Le G8-agriculture s'est trompé de cible
Voici des extraits d'une déclaration de la confédération syndicale internationale concernant le sommet des ministres de l'agriculture du G8 qui s'est tenu récemment en Italie.
(…) «En continuant de s’appuyer sur les mêmes structures et approches de marché décriées qui ont notamment été à l’origine de la crise alimentaire de l’année dernière, les ministres de l’Agriculture du G8 n’ont pas pris les mesures suffisantes pour empêcher qu’une nouvelle crise survienne dans un avenir proche.
(…) Audacieusement, la réunion du G8 a conclu qu’il fallait accroître la production alimentaire mondiale afin de permettre à tous les citoyens d’avoir accès à des aliments sûrs et nutritifs. Pourtant, le rapport de la CSI, «Un remède contre la faim: pourquoi le monde manque de nourriture» www.ituc-csi.org/IMG/pdf/food_fr.pdf, a démontré que le principal problème à l’heure actuelle n’est pas la disponibilité des aliments, mais l’accessibilité de la nourriture. Le nombre de personnes souffrant de la faim ne cesse de croître. Il s’agit souvent de travailleurs pauvres privés de leurs droits syndicaux fondamentaux et d’autres droits humains et ne disposant par de moyens économiques et sociaux pour préserver des moyens de subsistance décents. Si l’ont désire répondre à des enjeux comme l’insécurité alimentaire et la hausse de la pauvreté, ces personnes doivent pouvoir disposer de revenus supérieurs, bénéficier de droits garantis et accéder de façon sûre à la nourriture et aux filets de sécurité sociale.
(…) On nous ressert de vieilles formules alors que plus d’un milliard de femmes et d’hommes souffrent de la faim. Une fois encore, les vrais problèmes – qui profite du système alimentaire actuel et qui en pâtit, et quelles sont les véritables mesures à adopter pour nourrir la population plutôt que pour accroître les profits – n’ont pas été abordés.
(…) La production vivrière et la croissance économique durables impliquent la promotion d’emplois décents et verts pour tous. Les dirigeants des pays du G8 doivent accepter ce principe au moment de se rencontrer en juillet.»
Bruxelles, le 24 avril 2009 (CSI en ligne)
Das "beste Rentensystem der Welt"!
Th. Gorza - Das "beste Rentensystem der Welt" haben anscheinend die Niederländer, laut Weltbank! Die gesetzliche Rente beträgt nur einen kleinen Bruchteil. Der Rest besteht in Pensionsfonds, die 600 Milliarden Euros ausmachen. Dieses Geld wurde zur Hälfte in Aktien investiert, mehrere Milliarden wurden außerdem in Hedgefonds und in Private Equity investiert! Aufgrund der Finanzkrise ist jetzt jedoch jeder Euro, den die Beschäftigten in die Kasse eingezahlt haben, nur noch 85 Cent wert! 100 Milliarden Euro sind beim Platzen der Finanzblase verpufft. Die Altersbezüge könnten 50% ihres Wertes verloren haben, wenn die jetzt Erwerbstätigen in Rente gehen. Also keine Anpassung der Renten mehr an die Inflation und Beitragserhöhungen sind auch nicht ausgeschlossen.
Aber die Regierung scheint nichts dazu gelernt zu haben und die Gewerkschaften denken ähnlich. Sie gehören ja dem Vorstand der Rentenkassen an und sind also mitverantwortlich für die Investititonspolitik, inklusive in Hedgefonds! Diese Politik soll sich auch in Zukunft nicht ändern, denn die Zinsen würden ja wieder steigen und die Aktienwerte ebenso!
In Luxemburg ist ebenfalls vorgesehen, dass bis zu 46% der 8,046 Milliarden € Rentenreserven in Aktien und Obligationen investiert werden können, 20% allein in Aktien. Aber da die Situation schon 2007 angespannt war, entschied der “Fonds de compensation” «de restreindre l’exposition dans les marchés actions et obligations en faveur des fonds monétaires, privilégiant ainsi la sécurité et la disponibilité des fonds.» Gut, dass de facto nur 4,96% in Aktien investiert wurden. Die Situation, die zur Zeit mit einem Verlust von mehr als 60 Millionen Euro, wovon 3-4 definitiv bei den Gebrüdern Lehmann in den Sand gesetzt wurden, noch glimpflich ausging, wäre katastrophal und würde niederländische Dimensionen annehmen, wären die genannten Summen bis zu dem gestatteten Teil in Aktien investiert worden.
Aber auch hier wurde nichts dazu gelernt, denn die aktuelle Investitionspolitik wurde im Mai 2008 bestätigt, mit dem Segen der Vertreter der Gewerkschaften in den Gremien des «Fonds de compensation». Auch in Luxemburg verfährt man nach dem Motto: «Augen zu und durch und weiter wie bisher!». Eine Neudefinierung oder Neudiskussion in Richtung einer sozialen Investitionspolitik findet nicht statt!
Aus “taz” (6.4.2009) www.taz.de
Les puissants et les autres
ZaRo, notre envoyé spécial à Corsica - 30 août 2008: après une manif contre le PADDUC (Plan d’aménagement durable de la Corse) à Porto-Vecchio, quelques militants nationalistes occupent brièvement la villa de l’acteur Christian Clavier, située dans un lotissement chic au bord de la mer. L’action pacifique s’est déroulée dans une atmosphère bon enfant et était surtout un acte symbolique pour montrer du doigt les agissements des riches et puissants en matière d’utilisation du territoire. Clavier, en bon ami du président Sarkozy se plaint auprès de celui-ci, qui prend l’affaire en main et limoge aussitôt le préfet de police qui aurait manqué au devoir de protection des villas! Les nationalistes sont rapidement condamnés à une amende de 500 Euros chacun. Un jugement dont ils ont d’ailleurs fait appel!
L’affaire aurait pu en rester là, mais peu après, le dossier Clavier a disparu au tribunal d’Ajaccio et n’a pas été retrouvé depuis. En plus, Christian Clavier n’avait pas porté plainte mais le procureur de la République avait tout de même fait ouvrir une enquête. Comme si les tribunaux corses n’avaient rien d’autre à faire que de s’occuper de dossiers d’un intérêt si minime. Les affaires non élucidées d’une importance beaucoup plus grave ne manquent vraiment pas dans l’île.
La cerise sur le gâteau est cependant d’une autre envergure. Depuis que Clavier avait eu ces visiteurs inattendus (auxquels il avait d’ailleurs fait servir des boissons et des petites collations par les servants de la villa), la résidence est surveillée jour et nuit par une quinzaine de gendarmes qui se relaient en plusieurs patrouilles. Et ce depuis maintenant 8 mois!
Cela fait bien-sûr grincer des dents d’autres propriétaires de villas en Corse qui eux ont déjà vu leurs domaines plastiqués ou ont eu des menaces réelles de destruction! Eux, qui ne sont pas des amis intimes du super-président n’ont qu’à organiser et payer la protection de leurs villas par des sociétés spécialisées. Monsieur l’ami de Sarko est protégé aux frais du prince et de l’Etat. Pour l’aménagement indispensable des routes et des transports publics de l’île, pour l’amélioration des infrastructures (de santé entre autres) il n’y a pas d’argent!
Suivant qu’on soit connu et puissant, ou misérable et quidam ?
(Corse-matin, 23.4.09)
Kurz berichtet - En bref
Goosch läuft über
Die Erklärung, warum goosch derzeit von wertvollen Beiträgen überflutet wird, liegt wohl in der durch Krise und Wahlen gesteigerten politischen Aktualität. Wir mussten manche Beiträge zurückstellen und überlegen uns, nächstens in doppeltem Format zu erscheinen. Bisher war goosch an die 8 Seiten der Printausgabe gebunden. Bei den AutorInnen der Beiträge, die diesmal nicht berücksichtigt werden konnten, bitten wir um Verständnis.
déi Lénk schlagen Alarm: Hände weg von den Renten!
Die Gewerkschaften werden am 16.Mai für den Erhalt der Sozialen Sicherheit und ihrer Leistungen demonstrieren.Wie die nun teilweise veröffentlichte Regierungsstudie zur Finanzierung der Pensionen zeigt, wird vorgeschlagen, die Höhe der gesetzlichen Renten künftig nur noch an den niedrigen Einkommen zu orientieren. Wer mehr verdient und mehr Rente bekommen will, soll dies künftig über betriebliche oder private Zusatzversicherungen sicherstellen. Dies stellt ein drastisches in Fragestellen des öffentlichen Sozialversicherungssystems dar und wäre ein weiterer Schritt zu einer „selektiven Sozialpolitik“, die sich nur noch besonders bedürftiger Menschen annehmen soll. Ein anderes Reformprojekt, das von der Regierung bereits auf den Instanzenweg gebracht wurde (Gesetzesprojekt Nr. 5899), sieht drastische Kürzungen bei den Unfallrenten vor. Es ist offensichtlich die Absicht der jetzigen Regierung und derjenigen Parteien, die deren neoliberalen Kurs unterstützen, solche Themen aus dem Wahlkampf herauszuhalten. déi Lénk fordern deshalb, dass alle Parteien zu diesen beiden Verschlechterungsvorschlägen konkret Stellung beziehen!
(Mitgeteilt von déi Lénk)
Berlin: Wiedereinführung des Religionsunterrichtes gescheitert
Nur 29% der Berliner beteiligten sich an der durch die "Pro-Religio"-Gruppe eingeleitete Volksabstimmung, die den Religionsunterricht wieder zum Wahlpflichtfach machen wollte. 48,7% der Wahlbeteiligten antworteten mit Ja, was einem Anteil von 14,2% an den eingeschriebenen Wählern entspricht und deutlich unter dem verlangten Quorum von 25% lag. Die Abstimmung zeigte ein deutliches Ost-West-Gefälle. In den Stadtvierteln von West-Berlin erhielt die "Pro-religio"-Initiative 70% der Stimmen, im Ostteil der Stadt nur 30%.
Dexia fait de la philanthropie
Dexia qui a été sauvée de la faillite en septembre 2008 a versé 8 millions de primes à ses cadres dirigeants par l’intermédiaire de la filiale Dexia Crédit local, ce qui permet de contourner la décision annoncée de ne pas verser de primes dans le cadre de la société-mère. L’ancien dirigeant Axel Miller a reçu une indemnité de départ de 825.000 €, contrairement à ce qu’il avait affirmé lors de son départ. Le nouveau patron de Dexia, Pierre Mariani, a augmenté sa rémunération de 8,45%. Celle-ci s’élève maintenant à 1,13 million par an. Selon le syndicat CFDT les primes versées ont pu atteindre 100.000 €. Quant à Mariani il dément avoir reçu de prime. Il est vrai qu’il n’est en poste que depuis octobre. Il faut attendre le bilan de 2009 pour connaître ses revenus. Il aurait droit à une indemnité de départ de 6,5 millions selon le contrat qu’il s’est fait signer. Privatiser les profits, socialiser les pertes. Pourquoi se gênerait-on? Qui se souvient encore que le Luxembourg, la Belgique et la France ont donné 6,4 milliards à Dexia en octobre dernier? Reverrons-nous jamais cet argent?
Andy Schleck: Le président du gouvernement communique
Le Premier ministre Jean-Claude Juncker s'est entretenu par téléphone avec Andy et Frank Schleck depuis Washington où il assiste en ce moment aux réunions de printemps du Fonds monétaire international et de la Banque mondiale. Jean-Claude Juncker a vivement félicité le cadet des frères Schleck pour sa victoire magistrale sur Liège-Bastogne-Liège, lui disant toute la fierté du pays pour cet exploit phénoménal. Andy est effectivement un phénomène et capable de gagner le Tour de France cette année ou un peu plus tard. Seulement voilà : le Tour c’est après les élections!
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