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Jeudi, 12 février 2009
213
 

Klassenkampf

Serge Urbany - „Mittal’s gain: workers pain”, „Actionnaires millionaires. Travailleurs en galère”. Auf den Transparenten der europäischen Metallarbeiterföderation während der Stahlarbeiterdemonstration vom 10. Februar 2009 in Brüssel hat der Klassenkampf seinen Eintritt gefunden.

Auch aus den osteuropäischen Staaten waren Delegationen vertreten, die Busfahrten von 20 Stunden in Kauf nahmen, um ihrer Empörung gegen Lakshmi Mittal freien Lauf zu lassen. Der Stahlmagnat stieß den Aktionären 7 Milliarden Dollar an Dividenden und Aktienauszahlungen in den Rachen, bei einem Nettoresultat von 9,4 Milliarden, gleichzeitig aber verkündete er einen Restrukturierungsplan von 9000 Arbeitsstellen und damit Armut und Leid in ganz Europa.

Es wird immer klarer, dass Mittals Übernahmeangebot auf die Arcelor eine vorrangig finanzielle Operation war, um zweistellige Profitraten im Interesse der Finanzhaie herauszuschlagen. Dies erklärt auch die letztendliche Zustimmung der luxemburgischen Regierung – im Interesse und unter dem Druck des Finanzplatzes. Das unmittelbare Resultat dieser Wahl ist der nun angekündigte Abbau von 400 Angestelltenposten in Luxemburg. Dass sich hierfür wenige „Freiwillige” melden, hat mit dem industriellen Abbau und den fehlenden Arbeitsplätzen in der Industrie zu tun.

Ein erbauliches Beispiel dafür, wie die „reale Wirtschaft” den Finanz-Haien geopfert wird – die sie schon weitgehend besitzen. Was aber auch heißt, dass der Kapitalismus in seiner Gesamtheit in Frage gestellt werden muss. Voraussetzung hierfür ist, dass das Salariat „an sich”, als abhängig arbeitende Klasse, die heute real bis zu 90% der Bevökerung ausmacht, sich auch als Klasse „für sich” betrachtet, um mit Marx zu reden, und zur Artikulierung seiner eigenen Interessen übergeht.

Bis jetzt wurde der Klassenkampf lediglich von oben nach unten betrieben und hat zu einer gigantischen Umverteilung der Reichtümer und der Machtbefugnisse von unten nach oben geführt. Das Stadium des Widerstandes und der Umkehr des Klassenkampfes in die andere Richtung ist jetzt erreicht.

Eine gesellschaftliche Perspektive hat dieser Klassenkampf aber erst, wenn die Gegenkräfte eine Dichte und Dynamik an Forderungen erreicht haben, dass sie nicht nur Massencharakter erhalten, sondern auch als die bessere Lösung evident erscheinen.

Dazu ist es ein weiter Weg, der aber durchaus sprunghaft verkürzt werden kann. Die Gegenkräfte müssen sich auf einen langen Atem einstellen und sich nicht vor Rückschlägen fürchten. Und vor allem müssen mehr Menschen die Zivilcourage aufbringen, sich wieder in Gewerkschaften und Linksbewegungen zu engagieren und sie zu unterstützen, auch wenn sie nicht immer mit allen Aspekten ihrer Politik einverstanden sind.

Eine solche Möglichkeit des Engagements ist bei den Parlaments- und Europawahlen vom Juni 2009 gegeben, wo déi Lénk mit einem klaren antikapitalistischen Programm kandidieren.

 

Ist die Indexanpassung ungerecht? (1)

André Hoffmann - Die gesetzliche Anpassung der Löhne und Gehälter an die Preisentwicklung wird trotz – oder gerade wegen – der Krise auch im kommenden Wahlkampf eine zentrale Rolle spielen. Gewerkschaften und linke Partien setzen sich in der Regel ohne Wenn und Aber für die Beibehaltung des Mechanismus ein. Das Patronat und die Zentralbank fordern seine Abschaffung oder starke Abschwächung, in der Regel mit dem Argument der wirtschaftlichen „Kompetitivität”.

Immer wieder taucht aber auch die Frage auf, ob die automatische Anpassung nicht ungerecht sei. Da sie (wie könnte es anders sein?) in Prozenten des Lohns oder Gehalts berechnet wird, bekommen die einen mehr, die anderen weniger. Wer viel hat, dem wird viel gegeben. Aber der Brotpreis ist doch für alle derselbe, oder? Verlangt die soziale Gerechtigkeit also nicht, die Anpassung nach oben zu begrenzen? Etwa nur bis zum Mindestlohn, oder bis zu 1,5 mal oder 2 mal den Mindestlohn…?

Zunächst einmal eine nicht besonders originelle Klarstellung: die Indexanpassung ist nicht mehr und nicht weniger als eine Stabilisierung des Lohns oder Gehalts. Niemand wird durch sie ärmer, niemand reicher, die Einkommensschere geht durch sie weder zusammen noch auseinander. Sie verhindert lediglich, dass die realen Löhne oder Gehälter durch die Geldentwertung sinken. Die Nichtanpassung an den Index – wie auch jede Form von „Modulation” – bedeutet eine reale Lohnsenkung, entweder für alle oder für bestimmte Kategorien.

Wenn die Löhne nicht automatisch über Gesetz an die Preisentwicklung angepasst werden, muss diese Anpassung in den Verhandlungen zu den Kollektivverträgen erstritten werden. Nun gibt es aber zum einen nicht für alle Beschäftigten einen Kollektivvertrag. Zum andern: wenn zunächst einmal über die reine Anpassung des nominalen an den realen Lohn gestritten werden muss, wird es umso schwieriger, weitere Lohnaufbesserungen (z.B. Anpassung an die Produktivität) oder andere Verbesserungen durchzusetzen – vor allem in einer Zeit, da das soziale Kräfteverhältnis nicht besonders günstig für die Gewerkschaften ist.

Diese Feststellungen widerlegen allerdings noch nicht die Überlegung, der sozialen Gerechtigkeit halber müsste man die Indexanpassung je nach Lohnhöhe modulieren, also sie zum Beispiel nach oben begrenzen. Dazu mehr in der nächsten Goosch-Ausgabe.

 

Les consultants qui avaient confiance en Madoff

Frank Jost – Au Luxembourg aussi, tout le monde les sollicite pour toutes sortes d’audits: les banques pour s’assurer de la sûreté de leurs placements, les entreprises qui veulent réduire leur personnel, les administrations étatiques ou communales qui veulent rationaliser… Les audits des sociétés de consultants n’arrivent pas rarement aux conclusions que les patrons avaient souhaité de prime abord. Le métier de consultant a rapporté gros pendant toutes les années grasses de la folie néolibérale.

Depuis quelques jours, des cabinets d’avocats intentent des actions en justice contre les grands de la consultation tels Ernst&Young, PriceWaterhouseCoopers et KPMG. Ces cabinets regroupent des détenteurs souvent français de SICAV contaminées par le fonds Madoff.

«Le Monde» du 10 février rapporte qu’une avocate française, Isabelle Wekstein, agissant pour les spoliés par la faillite de Bernard Madoff, a assignée solidairement Ernst&Young (E&Y) et UBS. E&Y auditait les SICAV LuxAlpha et LuxInvest de UBS et avait «certifié sincères» au moins les comptes de LuxAlpha. Les montants siphonnés par Madoff au Luxembourg ne sont pas bien connus puisque les chiffres avancés par le contrôle bancaire et ceux nommés dans la commission parlementaire divergent fortement. «Le Monde» parle d’une quinzaine de milliards d’euros perdus en Europe. Ces produits bancaires avaient tous été «audités et certifiés par ces éminents cabinets internationaux».

Les «éminents cabinets» refusent de répondre aux questions des journalistes. Ils devront cependant répondre à celles des avocats et qui portent notamment sur l’existence d’un sous-dépositaire chez UBS (interdit par la loi) voire de l’existence même des actifs de Luxalpha.

Il est maintenant intéressant de connaître la réaction de la presse luxembourgeoise et des ministres Juncker et Frieden qui ont le mérite d’avoir engagé toute l’économie luxembourgeoise sur la voie saltimbanquesque des spécialistes ès spéculation.

 

Aus der Krise lernen!

(ah) Jahrelang haben sie uns eingetrichtert, die da oben, wir lebten in der besten aller Welten. Alternativen zum „freien Markt”, zur ungezügelten Konkurrenz, zu den entfesselten Finanzmärkten gebe es keine. Alle Warnungen – auch unsere – haben sie in den Wind geschlagen. Nun stehen wir vor dem Scherbenhaufen. Erste Lehre: Nicht alles glauben, was sie erzählen.

Jahrelang haben sie die Reichen reicher gemacht: die Gewinne der Wirtschaft wuchsen schneller als die Löhne, die Steuern auf hohen Gewinnen und Einkommen wurden drastisch gesenkt. Das viele Geld, das sich oben häufte, wurde nicht produktiv investiert, sondern floss in die Finanzblase. Daraus ergibt sich die zweite Lehre: der gesellschaftliche Reichtum muss anders verteilt werden, und zwar vor allem an die, die ihn mit ihrer Arbeit schaffen. Also Löhne hoch, Gewinne runter!

Jahrelang haben sie uns weisgemacht, die private Wirtschaft sei effizienter als die öffentlichen Dienste, diese müssten also privatisiert werden. Wenn die Bahn oder die Post private Unternehmen sind, geht es ihnen um Profit, billige Arbeitskräfte, hohe Preise. Sie gehen an die Aktienbörse, beteiligen sich an der Spekulation, mit ihren verheerenden Wirkungen. Dritte Lehre: Schluss mit den Privatisierungen, Ausbau der öffentlichen Dienste!

Jahrelang haben sie uns erzählt, wie sicher und rein der Luxemburger Finanzplatz sei. Tatsächlich hat er eifrig im Casino mitgespielt. Vierte Lehre: Luxemburg muss unbedingt aufhören, sich an den abenteuerlichen Finanzgeschäften zu beteiligen. Wir müssen unsere Wirtschaft auf eine andere Basis stellen.

Es besteht die Gefahr, dass nun diejenigen die Suppe auslöffeln müssen, die sie nicht eingebrockt haben. Löhne, Arbeitsplätze, soziale Sicherheit sind in Gefahr. Für „déi Lénk“ hat die Verteidigung all derer, die von ihrer eigenen Arbeit leben und nicht von der der andern, absolute Priorität. Sie müssten sich auch selbst in Bewegung setzen. Wichtigste Lehre: nur der Druck von unten kann oben ein Umdenken erzwingen.

 

Confessions d’un homme aux dents longues

Henri Wehenkel - René Kollwelter a du punch, c’est le football qui l’a formé, il court à gauche et à droite, il a besoin des acclamations des tribunes.

C’est en 1978, lors de la fronde des professeurs-stagiaires, que René Kollwelter mena sa première bataille: «Bourglinster, Junglinster, Graulinster, Guy Linster, démission.» Linster ne démissionna pas, mais Gremling, le leader de l’aile gauche, partit. René Kollwelter rallia le parti socialiste et occupa à la dernière minute la place devenue vacante. Le nouveau-venu étonna les vieux routiers. Il mena une campagne tambour battant, ne manquant aucune assemblée générale, créant à tour de rôle des initiatives populaires qui disparaissaient aussitôt les élections terminées.

Pendant 15 ans il fut député, connut tous les honneurs, puis son penchant pour la Provence le reprit. Il ouvrit un hôtel à Aix et s’occupa d’un projet européen pour une école de la deuxième chance. En 2005, l’enfant terrible était de retour au bercail, toujours aussi dévoué: «Me voilà et maintenant de nouveau engagé dans le combat politique… Vous m’avez confié le mandat de conseiller d’Etat… Afin de vous remercier et de remercier le parti, j’avais donné mon accord pour figurer sur la liste socialiste aux élections municipales. Ma motivation n’était pas excessive.»

Il fonda plusieurs universités d’été, plaida pour le Oui au référendum, remit en question l’index et accepta de figurer sur la liste européenne de son parti: «Plusieurs mandataires, non membres du gouvernement, m’avaient sollicité de faire ce pas.» Kollwelter ne garda pas de rancune, mais avertit quand-même: «Sachez que je n’ai aucune envie, vous le comprenez bien, de revivre certaines choses une deuxième fois.» Et ajouta: «C’est vrai que je fais partie de la vieille école politique… je pense notamment aux manœuvres plus ou moins habiles.»

Qui est visé? Quand il parle de «l’ultralibéralisme dont nous sommes en train de ramasser les pots cassés aujourd’hui et qui a fait des dégâts jusque dans nos propres rangs», on dirait qu’il pense à son vieux copain Krecké. «Certains retournements de veste récents sont spectaculaires et mûrs pour le livre des Guinness.» Et ces mandataires socialistes qui se moquent publiquement d’un sujet aussi préoccupant que le réchauffement du climat, s’appelleraient-ils Goebbels?

Tête de liste, Kollwelter ne le sera pas. Il faut donc un deuxième siège au Parlement européen pour le PS: «Ce deuxième siège il faudra aller le chercher avec les dents.»

 

Schulen in Esch: Es bleibt viel zu tun!

Viviane. Goffinet & Laurent Biltgen - Nicht nur auf Landesebene, sondern vor allem in Esch/Alzette bleibt das Thema Schule ein Dauerbrenner. Die Schaffung einer Ganztagsschule ist zu begrüßen. Doch wie ist es mit dem Zugang zu dieser Schule? Können alle Anfragen berücksichtigt werden?

Wohl wurde in den letzten Jahren in Kantinen und Kinderbetreuung investiert, doch etliche Probleme bleiben bestehen oder verschärfen sich sogar.

So gibt es weiterhin einen nennenswerten Schulraummangel. Auch der Zustand der bestehenden Schulinfrastruktur lässt sehr zu wünschen übrig.

Die Gemeinde Esch setzt zudem weiterhin auf den Bau von Riesenschulen, anstatt wie seit langem gefordert, in kleinere Schuleinheiten zu investieren und überschaubare Viertelschulen zu schaffen, die höchstens 2x8 Klassen Platz bieten. In Neudorf, der „Hiel” oder in den „Nonnewisen” ist das machbar und würde einen positiven Gegentrend bedeuten zu den problembeladenen Sektorschulen mit an die 600 Kindern.

Wenn mit der Einführung des neuen Schulgesetzes die Schulen ihre jeweils eigene Identität erlangen wollen, wird es für die großen Schulen viel schwieriger, eine Einheit zu finden, wenn nicht auch die Gemeinde hinter den Schulakteuren steht.

Hier sind die Verantwortlichen in der Pflicht: Sie müssen die Probleme und Ängste der LehrerInnen und Eltern ernst nehmen, anstatt sie – wie das jüngst mehrmals geschehen ist – abzuwimmeln oder zu ignorieren. Auch die Gemeinde hat Verantwortung für den „Plan de réussite scolaire” zu tragen!

Es geht darum, die Qualität der Schule zu verbessern, indem alle Schüler und Schülerinnen gefördert werden. Dazu müssen sowohl Maßnahmen zur Behebung der sozialen als auch der sprachlichen Probleme getroffen werden:

In anderen Gemeinden ist eine „Journée pédagogique“ integraler Bestandteil eines Schuljahres. Warum nicht in Esch?

Die Stadt soll Weiterbildungsmöglichkeiten für die spezifischen Escher Probleme anbieten.

Die Begleitung der „équipes pédagogiques” durch geschultes, erfahrenes Personal ist erforderlich.

Zudem muss gerade in den Brennpunktvierteln mit sozialen und sprachlichen Problemen der „enseignement précoce” angeboten werden!

Eine Schule, die den Erfolg begünstigt, fördert alle Kinder. Sie garantiert Kontinuität bei den Klassen- und Schulwechseln. Und sie bezieht alle Akteure mit in die Diskussion ein.

 

Honte à Berlusconi!

Fabienne Lentz - Ce sinistre personnage a dépassé la semaine dernière les limites les plus extrêmes du respect de la femme. Main dans la main avec le représentant permanent de dieu sur terre – dont les actes et paroles frôlent par ailleurs l’abject –, le premier ministre italien a osé le pire: Afin d’empêcher coûte que coûte qu’un médecin ne débranche les câbles qui prolongeaient le coma d’une femme depuis 17 ans, le dernier argument de l’oligarque italien était la possibilité de procréation de la femme en question (La Repubblica).

Le dégout profond suscité par une telle aberration laisse d’abord bouche bée avant qu’un sentiment de haine profonde, assumée ne surgisse. En effet, comment retenir sa haine face à un homme qui n’aurait pas de scrupules à utiliser le corps d’une femme inconsciente en tant que machine à reproduction humaine! Il s’agit là d’une attitude faisant preuve d’une perversité sans bornes. Cet homme, qui devrait de toute façon se retrouver à vie derrière les barreaux pour ses fraudes et magouilles multipliées, devrait au moins être démis de ses fonctions pour avoir ouvertement suggéré la violation des droits de l’homme, de la femme plus précisément.

Comment d’ailleurs ne pas penser au film d’Almodovar «Hable con ella»? A cette femme, dans le coma depuis des années, qui est soudain enceinte. Le débile mental qui s’était occupé d’elle pendant toutes ces années et qui en est tombé amoureux avait fini par passer à l’acte, convaincu qu’il lui «faisait l’amour». C’est tellement répugnant que seule la déficience intellectuelle du violeur permet là de contenir sa haine. Mais Berlusconi n’est pas un débile mental, Berlusconi est un cynique pervers qui manipule les croyances de son électorat potentiel en rabaissant la femme à une machine de procréation sans volonté propre.

 

Le NPA s’est constitué à Saint Denis

Envoyé – Il y avait foule à Saint Denis pour le congrès de fondation du Nouveau Parti Anticapitaliste (NPA). Les délégué(e)s planchaient dans 3 ateliers sur 3 textes traitant les fondements du parti, sa ligne politique et les statuts. De nombreuses délégations étrangères étaient présentes ainsi que des invités du PCF, de L.O., du parti de Gauche.

Le désir commun de mettre sur pied ce nouveau parti l’emportait largement sur les débats de courants et de sensibilités. Pourtant certaines orientations sont beaucoup moins arrêtées qu’on aurait pu le croire. Ainsi un vote triangulaire important définissant le NPA se solda par un échec d’une voix de ceux qui le voient comme parti éco-socialiste.

Cette dynamique de fond très unitaire ne se vérifia pas sur la question de la participation aux élections européennes. La position adoptée n’exclut certes pas la possibilité d’un large front électoral à gauche de la social-démocratie, mais les conditions énoncées semblent prohibitives: la sortie du nucléaire et surtout une relation faite avec les élections régionales qui suivent les Européennes et pour lesquelles le NPA refuse un marchandage avec le PS. La position plus ouverte de François Piquet et de ses amis a obtenu plus de 20 % des voix du congrès.

Quelques jours avant le congrès de fondation, la LCR s’était dissoute. Lors de l’élection de la nouvelle direction du NPA qui compte environ 180 membres, un processus complexe de sélection s’engagea pour suffire aux critères de représentativité géographique, de secteurs d’intervention, de sensibilité politique et de parité hommes-femmes. La nouvelle direction ne devait pas comporter plus de 40% d’anciens militants de la LCR. C’est dire que le NPA est bien plus qu’un relookage de la LCR.

Le vote de la nouvelle direction a cependant été fortement contesté par la «sensibilité européenne», qui réclamait 26 membres et n’en a obtenu que 13. Les statuts nouvellement adoptés prévoient une représentation à la proportionnelle des tendances mais la sensibilité de Piquet, argumentait la commission des candidatures, n’a présenté aucune plateforme qui pourrait les distinguer comme tendance.

 

Die Entprivatisierung der Rentensysteme in Argentinien

fj – Was hat sich in der Welt seit dem Ausbruch der Krise der kapitalistischen Wirtschaft geändert? Wo wurde das Steuer herum geworfen?

In Island hat das Volk die Regierung gestürzt. In Argentinien hat die Kirchner-Regierung das Rentensystem, das privatisiert worden war, wieder nationalisiert. Sonst ist noch nicht viel passiert. Es wird auch wohl nicht viel passieren, wenn nicht, wie in Frankreich, von unten mobilisiert wird. Die argentinische Erfahrung mit den privatisierten Rentenversicherungen sollte als Beispiel besser bekannt sein.

Vor 14 Jahren hatte das Menem-Regime die Totalität der Beiträge, 4 Milliarden $ im Jahr, dem privaten Pensionsregime zugeführt und das Umlagesystem durch das Kapitalisationsverfahren ersetzt. 24 private Fonds von Banken, Versicherungsgesellschaften und anfangs auch Gewerkschaften verwalteten die Einlagen. Von den 24 Fonds blieben durch Konzentration nur mehr 10 übrig. In den 14 Jahren kassierten die Fonds 15 Milliarden $ an Kommissionen und administrativen Kosten, die schließlich 20-30% der Neukapitalisierung ausmachten. Die Fonds gingen keine unternehmerischen Risiken ein, denn ihre Rendite war gesetzlich garantiert. Der Wert der Einlagen aber schwankte mit der Börse und mit den Investitionen der Fondsgesellschaften. In der letzten Zeit verloren die Einlagen der Fondsgesellschaften ruckartig an Wert: allein 20 % im September 2008.

So musste der Staat immer mehr einspringen. 77% der Rentenempfänger mussten bezuschusst werden. Bei anderen waren die Einlagen völlig wertlos geworden. Eduardo Lucita, ein linker Ökonomist, stellt nun mehrere Hypothesen auf, warum die Kirchner-Regierung sich zu einer Verstaatlichung entschloss. Entweder ging es ihr schlicht darum, die Renten abzusichern. Oder sie wollte die Gesellschaften retten, die im Rentengeschäft verwickelt waren. Oder die verstaatlichen Fonds sollen eine zusätzliche Kreditquelle für den argentinischen Staat bilden, der hoffnungslos verschuldet ist. Es ist aber auch denkbar, dass der Staat nun die Aktienpakete von etwa 40 Unternehmen aus den privaten Pensionsfonds einziehen wird, um eine realen Einfluss auf den Kurs dieser Unternehmen zu haben. Das wäre dann allerdings eine viel konsequentere Haltung seitens der Regierung Kirchner.

Inprecor 543/544, www.inprecor.org

 

Gemeinsam Sicherheit herstellen

cf - Statt Gelder für freiheitsberaubende und unwirksame Mittel der Repression und der Technisierung (Videoüberwachung, ...) aus dem Fenster zu werfen, muss die tatsächliche Sicherheit durch eine andere Sicherheitspolitik erhöht werden. Ein alternatives Sicherheitskonzept setzt folgende Schwerpunkte:

Beteiligung der BürgerInnen bei der Konfliktbewältigung: Schaffung kommunaler Gremien, wie z.B. Runden Tischen zur Kriminalitätsprävention, Sicherheitspartnerschaften oder Präventionsräten in denen alle Bevölkerungsteile repräsentiert sind (Seniorenvereinigungen; Jugendgruppen ...). In einer Vielzahl von Fällen kann und muss die Gemeinde ihre Aufgabe als Initiatorin eines Diskussionsprozesses und Unterstützerin von Selbsthilfeprojekten wahrnehmen.

Sicherheit durch Stadtentwicklung und öffentlichen Personennahverkehr: Flure, Ein- und Aufgänge, Zugänge zu Gebäuden, Spielplätze, Zugänge zu Parkplätzen und Parkhäusern sind bewusst unter dem Aspekt der Sicherheit einsehbar zu gestalten und besser zu beleuchten. Grundsätzlich sind durch die Stadtplanung FußgängerInnen, RadfahrerInnen und Busse gegenüber dem Individualverkehrsmittel Auto zu bevorzugen. Diese Fortbewegungsmöglichkeiten sichern, anders als das Auto, den öffentlichen Raum und isolieren die Menschen nicht.

Kriminalitätsverhütung in den Bereichen Jugend/Schule/Bildung: Die Schulen brauchen mehr Projekte und Initiativen zum Thema Kriminalität, insbesondere zu Gewaltdelikten. Die Konflikt- und Kooperationsfähigkeit von Jugendlichen ist zu stärken und zu entwickeln, ebenso Anti-Aggressionstraining und der Versuch zur Schaffung eines sozialen Klimas an den Schulen. Es müssen Streetworker unterwegs sein, um gefährdete Jugendliche besser auffangen zu können.

Gerade in die Bereiche der präventiven Konfliktlösung und der sozialen Prävention müssen unbedingt mehr Mittel investiert werden. Dazu gehört in erster Linie, dass die Gemeinden mehr Projekte starten, in denen junge Leute eingestellt werden, denen so eine berufliche Zukunftsperspektive geboten wird. Zudem ist der soziale Zusammenhalt das beste Präventionsmittel: Menschen die sich besser kennen werden im Fall einer Gefahr auch eher bereit sein zu helfen!

 

«Vers de nouveaux rivages»

Frank Jost – «Dans les années 1960 et 1970, le domicile moscovite de Georges Costakis, … servait de musée d’art moderne totalement en dehors des circuits officiels, abritant des œuvres encore frappées d’interdiction. Tous les jours ou presque, on pouvait y rencontrer une assemblée disparate de jeunes peintres, intellectuels, diplomates étrangers, artistes, écrivains et musiciens célèbres ou non.»

A l’occcident, on connaissait bien sûr Kandinsky et Chagall, peut-être Malévitch, Rodtchenko ou Souétine. On les connaissait un tout petit mieux que les gens soviétiques car l’avant-garde des années 1910 et 1920 était enterrée sous la chape de plomb du stalinisme et son art d’Etat, le réalisme socialiste. Puis, en 1979, la mémorable exposition Paris/Moscou à Beaubourg fit sensation et révéla l’avant-garde russe au grand public occidental.

Costakis, lorsqu’il quitta Moscou pour sa Grèce natale à la fin des années 1970, divisa sa collection. Une partie est montrée au Musée national d’art contemporain de Thessalonique et l’autre à la Galerie Tretiakoff. Et ces jours-ci – à 2 heures 5 minutes de TGV – on peut la voir de nouveau réunie à Paris.

Ne soyons pas déterministes: l’avant-garde russe était là avant octobre 17. Elle est très variée, il n’y a pas que le constructivisme et le suprématisme. J’y ai appris bien des choses. Le nouveau régime favorisait la création d’académies non académiques, espaces d’expériences inouïes: Inkoukh à Mouscou de 1920-1924, Ounovis à Vitebsk (1919-1922), Ginkhouk à Pétrograd-Léningrad (1919-1926). Les premiers musées d’art moderne du monde naquirent à Moscou (1919-1926) et Pétrograd (1919-1924). Eh oui, il était bien court le Temps des Cerises de l’Art d’avant-garde russe ou soviétique, contre-révolution stalinienne oblige. Certains ont pourtant continué après les diktats de 1930 et ce n’est pas si mal que cela.

Quid des femmes dans tout cela? Xénia Ender, Alexandra Exter, Eléna Gouro, Evguénia Magaril, Nadiejda Oudaltsova, Véra Pastel, Lioubov Popova, Olga Rozanova, Antonina Sofronova, Varvara Stepanova…

Ah, il faudra s’occuper de nouveau de la période révolutionnaire, non seulement sous l’angle de la peinture, maintenant que le régime qui a seul survécu montre qu’on ne peut pas survivre avec lui!

L’exposition est ouverte jusqu’au 2 mars 2009 au Musée Maillol, rue de Grenelle (métro rue du Bac); le catalogue est à 35 €.

 

Désastre électoral en Israël

hw - Les élections israéliennes confirment la radicalisation de l’opinion politique. Pour le gouvernement Livni c’est l’échec et l’impasse. Il n’a pas suffi d’écraser Gaza sous les bombes pour tenir en échec l’extrême-droite. Le Likud de Nétanyahou qui veut «terminer le travail commencé à Gaza» et refuse la perspective d’un Etat palestinien a reçu 21% des voix. Le parti raciste de Liebermann qui a proposé de jeter la bombe atomique sur Gaza et d’expulser les Palestiniens a obtenu 12%. Livni, héritière de Scharon et ancienne du Mossad, est suspectée de pacifisme, elle doit être satisfaite d’avoir limité les dégâts avec 23%. Quant au général Barak, chef du parti travailliste qui a longtemps dominé la scène politique israélienne, il recueille 10%. Les partis religieux comptent 19%. A gauche le Meretz (sioniste de gauche) garde 3% tout comme le Hadash (communiste). Les deux partis arabes finalement autorisés à participer aux élections recueillent 7%.

Les deux camps bellicistes arrivent donc à 33%, ce qui ne suffit donc pas pour former un gouvernement. Il y aura donc un compromis entre la droite et l’extrême-droite. Il en sortira un gouvernement qui ne voudra ni ne pourra négocier une paix avec les Palestiniens. La guerre continuera donc jusqu’à ce que les Américains ou les Européens utilisent les moyens dont ils disposent pour imposer une solution. Pour empêcher une telle solution la droite israélienne fera tout pour pouvoir utiliser l’arme de l’antisémitisme.

 

forum 283 „Die Kultur der Verantwortungslosigkeit”

Die Zeitschrift forum wirft in ihrer neuen Ausgabe einen Blick zurück auf den Sturz der EU-Kommission unter Jacques Santer, der vor genau zehn Jahren die Europäische Union erschütterte. Jürgen Stoldt gibt einen Überblick über die Entwicklung, die zu diesem einmaligen Vorgang führte. Die damaligen Akteure Edith Müller (ehem. Grünen-Abgeordnete im EU-Parlament), Martine Reicherts (ehem. Pressesprecherin der Kommission) und Paul van Buitenen (der die Ereignisse mit ausgelöst hatte) beurteilen diesen Politthriller und seine Folgen aus unterschiedlichen Perspektiven. Im Editorial wird das Verhältnis von Macht und Institution im Zusammenhang mit der aktuellen Verfassungskrise beleuchtet.

Gilles Bouché zeigt auf, warum das Kyoto-Protokoll in vielerlei Hinsicht die falschen Antworten im Kampf gegen die globalen CO2-Emissionen gibt, Paul Delaunois gibt zu bedenken, dass Luxemburg zwischen 1995 und 2005 versäumt hat, Strategien zur Drosselung des Ausstoßes von Treibhausgasen zu entwickeln und Jean Lamesch erläutert die historischen und politischen Hintergründe des alljährlich wiederkehrenden Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine.

forum ist in größeren Zeitschriftenläden erhältlich oder kann bestellt werden (Tel. 42 44 88, forumatpt [dot] lu). Komplette Übersicht aller Artikel der aktuellen Ausgabe und Textproben auf www.forum.lu

 

Kirchenaustritt leicht gemacht

Die Internetseite fraiheet.lu „richtet sich an Menschen, die beschlossen haben die katholische Kirche in Luxemburg aus persönlichen Gründen zu verlassen. Oft wird man ohne Zutun in die Kirche hineingeboren, ohne jedoch den konkreten Bezug zu dieser Institution zu erfahren oder aufgrund der individuellen Entwicklung nicht mehr am kirchlichen Leben teilnehmen zu wollen. Weiterhin stellt sich die Frage, warum man in einer Gesellschaft, in der Religionsfreiheit herrscht, als mündiger Bürger nicht auch von seinem Recht Gebrauch machen kann, der eigenen Überzeugung nachzugehen und somit seine persönliche Weltanschauung zu vertreten.”

Fraiheet.lu ist „keinesfalls gegen Religion an sich und Menschen, die in ihrem persönlichen Glauben ein Instrument zur Realitätsbewältigung gefunden haben”, sondern will „ein gemeinsames Miteinander in unserer heutigen Gesellschaft” fördern, „ohne eine spezifische Weltanschauung zu begünstigen.”

http://fraiheet.lu/frai/

 

¡No pasarán!

Jonk Lénk aktiv gegen die Naziaufmärsche am 13./14. 02. 2009 in Dresden!

Der größte regelmäßige Naziaufmarsch Europas hat sich in den letzten zehn Jahren in Dresden etablieren können. Dabei propagieren inzwischen bis zu 6.000 Nazis die Bombardierung Dresdens als „Alliierten Bombenholocaust” und fordern Rache und Vergeltung, während sie es jedes Mal schaffen, mindestens in Sichtweite der Synagoge vorbei zu demonstrieren. Seitens der Stadt wird regelmäßig der Versuch unternommen, antifaschistischen Widerstand stark zu behindern. Trotzdem haben sich mitunter mehrere tausend Menschen den Nazis in den Weg gestellt.Dieses Mal werden auch Aktivisten der Jonk Lénk dabei sein!

Es bleibt an uns, den Aufmarsch gemeinsam zu verhindern und ihnen die Straße endgültig zu entreißen! Wir werden nicht länger hinnehmen, dass die Geschichte durch die Nazis verdreht wird! Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!

www.jonklenk.lu

 

Agenda Agenda

  • Jeudi 12 février, 20h00, CCRN Abbaye de Neumünster, salle A11: Film: Les insoumis d'Olivier Minh, 52', suivi d'un débat avec Philippe Matzkowski, membre fondateur et animateur du Collectif LBO, scénariste du film avec Olivier Minh. Org: Amis du Monde diplomatique-Luxembourg et ATTAC-Luxembourg en collaboration avec Etika, avec le soutien du Centre Culturel de Rencontre Abbaye de Neumünster.
  • Vendredi, 13 février à 20 heures, Hòtel de Ville d’Esch-sur-Alzette, Meeting du 10e anniversaire de déi Lénk avec Jean-Luc Mélenchon et Marc Baum.
  • Montag 16. Februar bis Freitag 20. Februar, Am Exit 07, Carré Rotondes, 1 rue de l'Aciérie, Luxembourg-Hollerich, Retrospektive Marc Angel. Im Rahmen der 20-Jahre-woxx Kampagne stellt der Graphiker Arbeiten aus, die er u. a. für den Gréngespoun und die woxx schuf. Vernissage Montag 16.02. 17.15 Uhr, geöffnet von 14 - 20 Uhr, Eintritt frei.

 

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