Jetzt handeln für soziale und ökologische Gerechtigkeit!

12/17/2009

(Tribune Lëtzebuerger Land 18. Dezember 2009)

Klima ist mittlerweile Mainstream. So Mainstream, dass es scheinbar schon avantgardistisch ist, den durch den Menschen gemachten Klimawandel abzustreiten. Von Sarah Palin bis Robert Goebbels reicht die Liste der politischen (Un)Verantwortlichen die denken, dass es gerade jetzt wichtig ist, Klimaskeptikern Gehör zu verleihen.

Bei so vielen Menschen, die sich in der ganzen Welt mobilisieren, wurden jetzt schärfere Waffen rausgenommen und mal 10000 E-mails von den renommiertesten Klimawissenschaftlern gehackt und kontextlos publiziert.

Von Ölkonzernen finanzierte Studien hatten eben nicht den nötigen Effekt und die Diskussion um die Frage, ob das Ausmaß des aktuellen Klimawandels natürlich ist oder durch den Menschen provoziert wird, schien für die Carbonlobby verloren.

Als Laie muss ich mich da auch gar nicht positionieren, mir reichen andere Feststellungen, um die Notwendigkeit zum Handeln unabhängig von dieser wissenschaftlichen Frage zu sehen: die Industrieländer leben auf Kosten der nicht-industrialisierten Länder, die Reichen leben auf Kosten der Armen und global leben wir alle auf Kosten der kommenden Generationen. CO2 hin oder her! Wir können nicht ein Element isolieren und ein paar Lösungen finden, um mit “business as usual” weiterzumachen.

Dies wird wohl auch denen klar, die ihre eigenen (Profit)Interessen in Gefahr sehen wenn es um den Klimawandel geht – denn bei dem Thema kommen wir nicht an strukturellen UND persönlichen Veränderungen vorbei.

Es gibt keine Wundertechnologie die uns erlauben wird, einfach so weiterzumachen. Politische und soziale Weichenstellungen sind nötig und die werden denen weh tun, die momentan von der Ungerechtigkeit profitieren: multinationale Konzerne deren Gewinne seit Jahrzehnten ständig steigen – bei vielen trotz der Finanzkrise. André Gorz hat es in seinem Buch “Misères du présent – Richesse du possible” klar dargestellt: in Asien und Afrika wird noch versucht, die letzten Tropfen (aus den natürlichen Ressourcen und den Arbeitenden) heraus zu quetschen und dann muss bei den Menschen in den Industrieländern gespart werden, um die Profite weiter erhöhen zu können.

In Kopenhagen könn(t)en die Regierenden dieser Tage zeigen, dass Globalisierung und staatenübergreifende Zusammenarbeit positive Effekte auf die breite Bevölkerung haben kann – doch leider sieht es schlecht aus und Luxemburg reiht sich auch noch unter die Bremser in der EU ein.

Die Themen Umwelt und Arbeit gehen Hand in Hand doch bei beiden Themen vermitteln die Regierenden im Norden nur Hilflosigkeit.

Die kapitalistische Globalisierung und ihre Krisen (Finanz-, Ernährungs-, Klima-, Beschäftigungskrisen) werden als fatale Naturkatastrophen dargestellt und politische Intervention ist wohl zuviel von der herrschenden Politik abverlangt. Der „freie Markt“ soll alles richten.

Déi Lénk solidarisiert sich mit allen die sich weltweit und vor allem dieser Tage gegen diese Ungerechtigkeiten einsetzen. Mit der Kampagne “Eis Arbecht – Eis Rechter” will Déi Lénk in den nächsten Monaten Alternativen aufzeigen und mit der Zivilgesellschaft debattieren. In Krisenzeiten gilt es Chancen zu nutzen, anstatt nur in die Defensive zu gehen.

Was liegt zum Beispiel näher als Arbeitszeit zu verkürzen wenn wir bei 10% Arbeitslosigkeit (Goosch 245) angekommen sind? Es gibt Arbeit für alle und es gibt Freizeit für alle, es gibt auch Ressourcen für alle. All dies muss nur gerecht verteilt und nicht ausbeuterisch verschleudert werden!

Diderich Gary

(Tribune Lëtzebuerger Land 18. Dezember 2009)

 
 
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